November-Pogrome 1938

Während der Pogrome um den 9. November 1938 zerstörten und plünderten NSDAP- und SA-Anhänger vor aller Augen Synagogen und jüdische Geschäfte im ganzen Deutschen Reich, misshandelten jüdische Bürger und demolierten ihre Wohnungen. 1300 bis 1500 Jüdinnen und Juden wurden ermordet oder in den Tod getrieben. Um den Auswanderungsdruck zu verstärken, verhaftete die Gestapo während der Pogrome über 27.000 jüdische Männer. Mindestens 6.320 von ihnen − vor allem aus Berlin und Hamburg − wurden in das KZ Sachsenhausen gebracht. Auf die „Reichskristallnacht“ folgten die vollständige Entrechtung und schließlich physische Vernichtung der jüdischen Deutschen.

Konzentrationslager Sachsenhausen

1936 errichtete die SS in Oranienburg bei Berlin ein großes KZ. Schon Mitte 1938 war das Lager zu klein, um die zu Tausenden dort eingelieferten Häftlinge unterzubringen. Die SS ließ deshalb östlich der Kommandantur 18 weitere Baracken aufstellen. In dieses „kleine Lager“ pferchte sie die über 6.300 nach dem 9. November festgenommenen jüdischen Männer. Sie wurden weit schlechter behandelt als die übrigen Gefangenen und waren dem Terror und der Willkür der SS viel stärker ausgeliefert. Mindestens 64 der Männer kamen in Sachsenhausen ums Leben. Die große Mehrheit wurde aber bis zum Frühjahr 1939 unter der Auflage wieder entlassen, sofort aus Deutschland zu emigrieren. Insgesamt zählte das KZ Sachsenhausen mit Außenlagern bis zur Befreiung 1945 mehr als 200.000 Häftlinge. Mindestens 40.000 überlebten die Haft nicht.

 

Massenflucht nach dem November-Terror

Nach dem November 1938 geriet die Auswanderung zur Massenflucht. Viele Emigrationsländer schotteten sich aber gegen jüdische Flüchtlinge ab. In Deutschland kämpften die verzweifelten Ausreisewilligen gegen die bürokratischen Hindernisse und staatliche Ausplünderung. Der NS-Staat forcierte zwar die Auswanderung jüdischer Bürger, ihre Vermögen sollten allerdings nicht ins Ausland gelangen, sondern dem Reichshaushalt zufließen. Wer das Glück hatte, Exil zu finden, musste als mittelloser Flüchtling gehen, ohne jede Möglichkeit eines angemessenen Neuanfangs auf der Basis eigener Ersparnisse.

Brennende Synagoge in Hannover

10.11.1938, Fotografie: Wilhelm Hauschild,

HAZ-Hauschild-Archiv, Historisches  Museum Hannover

 

Häftlinge bei der Rückkehr ins Lager durch "Turm A"

Januar/Februar 1941, SS-Propagandafoto,

SAPMO-Bundesarchiv, Berlin

 

Blick auf das "Kleine Lager" vom Wachturm J aus

undatiert, Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen

 

November-Pogrome 1938

Während der Pogrome um den 9. November 1938 zerstörten und plünderten NSDAP- und SA-Anhänger vor aller Augen Synagogen und jüdische Geschäfte im ganzen Deutschen Reich, misshandelten jüdische Bürger und demolierten ihre Wohnungen. 1300 bis 1500 Jüdinnen und Juden wurden ermordet oder in den Tod getrieben. Um den Auswanderungsdruck zu verstärken, verhaftete die Gestapo während der Pogrome über 27.000 jüdische Männer. Mindestens 6.320 von ihnen − vor allem aus Berlin und Hamburg − wurden in das KZ Sachsenhausen gebracht. Auf die „Reichskristallnacht“ folgten die vollständige Entrechtung und schließlich physische Vernichtung der jüdischen Deutschen.

Konzentrationslager Sachsenhausen

1936 errichtete die SS in Oranienburg bei Berlin ein großes KZ. Schon Mitte 1938 war das Lager zu klein, um die zu Tausenden dort eingelieferten Häftlinge unterzubringen. Die SS ließ deshalb östlich der Kommandantur 18 weitere Baracken aufstellen. In dieses „kleine Lager“ pferchte sie die über 6.300 nach dem 9. November festgenommenen jüdischen Männer. Sie wurden weit schlechter behandelt als die übrigen Gefangenen und waren dem Terror und der Willkür der SS viel stärker ausgeliefert. Mindestens 64 der Männer kamen in Sachsenhausen ums Leben. Die große Mehrheit wurde aber bis zum Frühjahr 1939 unter der Auflage wieder entlassen, sofort aus Deutschland zu emigrieren. Insgesamt zählte das KZ Sachsenhausen mit Außenlagern bis zur Befreiung 1945 mehr als 200.000 Häftlinge. Mindestens 40.000 überlebten die Haft nicht.